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Emmanuel Macron
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Emmanuel Jean-Michel FrĂ©dĂ©ric Macron [] (* 21. Dezember 1977 in Amiens) ist seit Mai 2017 StaatsprĂ€sident der Französischen Republik und KofĂŒrst des FĂŒrstentums Andorra. Er war von 2006 bis 2009 Mitglied der Sozialistischen Partei (Parti Socialiste, PS) und von August 2014 bis August 2016 Wirtschaftsminister im Kabinett Valls II unter StaatsprĂ€sident François Hollande (PS). Macron trat mit liberalen Positionen als Kandidat zur französischen PrĂ€sidentschaftswahl 2017 mit der von ihm gegrĂŒndeten Partei En Marche (EM), spĂ€ter La RĂ©publique en Marche (LREM) und seit 2022 Renaissance (RE), an. Bei den PrĂ€sidentschaftswahlen im April 2022 wurde er fĂŒr eine zweite Amtszeit gewĂ€hlt.

Contents

‱ Werdegang
‱ Innenpolitik
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Werdegang

Herkunft und Ausbildung

Macron wurde in der Stadt Amiens im nordfranzösischen DĂ©partement Somme geboren. Sein Vater, Jean-Michel Macron, ist Professor fĂŒr Neurologie; seine Mutter, Françoise Macron-NoguĂšs, ist KinderĂ€rztin und arbeitet beratend bei der gesetzlichen Sozialversicherung. Macron hat einen jĂŒngeren Bruder, Laurent (* 1979), und eine jĂŒngere Schwester, Estelle (* 1982), die wie die Eltern Ärzte sind, sowie einen Halbbruder, Gabriel, aus der zweiten Ehe seines Vaters mit der Psychiaterin HĂ©lĂšne Joly. Macrons Eltern ließen sich im Jahr 2010 scheiden.cite-ref-martin-1-0[1]cite-ref-2[2] Aus einer nichtreligiösen Familie stammend, ließ sich Macron als ZwölfjĂ€hriger bei Eintritt in die Jesuitenschule La Providence auf eigenen Wunsch römisch-katholisch taufen.cite-ref-martin-1-1[1] Mit 16 Jahren belegte Macron beim SchĂŒlerwettbewerb Concours gĂ©nĂ©ral in Französisch den ersten Platz in seiner Region. Zehn Jahre lang erhielt er Klavierunterricht am Konservatorium von Amiens und gewann dort einen dritten Preis.cite-ref-3[3] Sein BaccalaurĂ©at (Abitur) erhielt er am renommierten LycĂ©e Henri IV in Paris.cite-ref-4[4] Emmanuel Macron erklĂ€rt seine Leidenschaft fĂŒr Literatur durch den Einfluss seiner Großmutter mĂŒtterlicherseits Germaine NoguĂšs, einer Geografielehrerin und spĂ€teren Schulleiterin, die er liebevoll „Manette“ nennt.cite-ref-5[5]cite-ref-6[6]

Macron besuchte wĂ€hrend zwei Jahren die geisteswissenschaftlichen Vorbereitungsklassen (hypokhĂągne und khĂągne) fĂŒr die ZulassungsprĂŒfung zur École normale supĂ©rieure (ENS) in Paris, die von jĂ€hrlich rund 6000 Bewerbern nach einem strengen Wettbewerb 200 zulĂ€sst; Macron wurde nicht angenommen. Daraufhin studierte er Philosophie an der UniversitĂ€t Paris-Nanterre mit den AbschlĂŒssen MaĂźtrise und DiplĂŽme d’études approfondies (DEA). Abschlussarbeiten schrieb er ĂŒber Machiavelli und Hegel. WĂ€hrend dieser Zeit arbeitete er von 1999 bis 2001 als Assistent des in Nanterre lehrenden Philosophen Paul RicƓur.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8] ZusĂ€tzlich erwarb er 2001 das Diplom des Institut d’études politiques de Paris (Sciences Po).cite-ref-9[9]

Die AufnahmeprĂŒfung zur Verwaltungshochschule École nationale d’administration (ENA) in Straßburg bestand Macron im zweiten Versuch, gehörte dann aber zu den Besten seines Jahrgangs, der Abschlussklasse „LĂ©opold Senghor“ (2002–2004).cite-ref-martin-1-2[1]cite-ref-10[10] Aus seinem Jahrgang rekrutierte er spĂ€ter zahlreiche Freunde zur UnterstĂŒtzung seiner PrĂ€sidentschaftskampagne. WĂ€hrend seiner Zeit an der ENA spielte er, wie schon in seiner Jugend in Amiens, Theater und schrieb sich zusĂ€tzlich an der Schauspielschule Cours Florent ein. Praktika fĂŒhrten ihn in die PrĂ€fektur des DĂ©partements Oise sowie ein halbes Jahr an die französische Botschaft in Abuja, Nigeria.cite-ref-martin-1-3[1]

BerufstĂ€tigkeit vor der Annahme politischer Ämter

In der staatlichen Finanzinspektion

Nach seinem ENA-Abschluss wurde Macron eine Stellung in einer der drei höchsten Institutionen der Staatsverwaltung angeboten, und so arbeitete er ab 2005 als Finanzdirektor im öffentlichen Dienst bei der Inspection des Finances im Finanzministerium, die als finanzpolitische Leitzentrale des französischen Staates gilt.cite-ref-11[11] Hier lernte Macron Jacques Attali kennen, einen Wirtschaftsprofessor, Publizisten und langjÀhrigen Berater von StaatsprÀsident François Mitterrand, der ihn dem neuen PrÀsidenten, François Hollande, als Berater empfahl.cite-ref-12[12]cite-ref-13[13]

Als Investmentbanker

Nach seiner TĂ€tigkeit im Finanzministerium arbeitete Macron im Institut Montaigne, einer wirtschaftsliberalen Denkfabrik in Paris. EingefĂŒhrt von seinem Förderer, Jacques Attali, und Serge Weinberg, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von La Redoute und VerwaltungsratsprĂ€sidenten von Sanofi, erhielt er 2008 im Alter von 31 Jahren eine Stellung im Investmentbanking bei Rothschild & Cie in Paris.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]cite-ref-16[16] Zwei Jahre spĂ€ter wurde er Partner (associĂ©-gĂ©rant) bei Rothschild. Im Jahr 2012 begleitete Macron eine der grĂ¶ĂŸten Übernahmen des Jahres, den Kauf der Babynahrungssparte des US-amerikanischen Konzerns Pfizer durch NestlĂ© fĂŒr 11,9 Milliarden US-Dollar. Das linke Wochenmagazin L’Obs bezeichnete Macron in der RĂŒckschau auf das Jahr als „l’enfant prodige de l’ElysĂ©e“ („Wunderknabe aus dem ÉlysĂ©e-Palast“).cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]

Politische Laufbahn bis 2017

TÀtigkeit im PrÀsidialamt und Ernennung zum Wirtschaftsminister

Als François Hollande im Mai 2012 die PrĂ€sidentschaftswahl gewann, gab Macron seine Stellung bei der Investmentbank Rothschild & Cie auf, wechselte in den PrĂ€sidialstab und wurde Hollandes Berater fĂŒr Wirtschafts- und Finanzpolitik. Zudem war er von Mai 2012 bis Juni 2014 als stellvertretender GeneralsekretĂ€r des PrĂ€sidialamtes im ÉlysĂ©e-Palast tĂ€tig.cite-ref-19[19]

Im Wahlkampf hatte Hollande Frankreich als erbitterten „Gegner der FinanzmĂ€rkte“ bezeichnet und Arnaud Montebourg, einen Globalisierungskritiker, zum Wirtschaftsminister ernannt. Macron hatte als Berater des PrĂ€sidialstabs die Funktion, als wirtschaftsfreundliches Gegengewicht zu Montebourg zu agieren. Macron galt als Mann ohne eigene Hausmacht in der Partei, der keinem FlĂŒgel zugerechnet werden konnte.cite-ref-20[20]cite-ref-21[21] Als sich der US-amerikanische Konzern General Electric 2014 anschickte, das französische Unternehmen Alstom zu ĂŒbernehmen, wollte Montebourg es vorbeugend verstaatlichen. Macron gelang es, sowohl Hollande als auch Valls zu ĂŒberzeugen, diesen Schritt nicht zu unterstĂŒtzen. Im Vorfeld hatte er ohne Wissen Montebourgs eine Beratungsfirma beauftragt, verschiedene Übernahmeszenarien zu prĂŒfen.cite-ref-22[22] In diesem Zusammenhang verkĂŒndete er: „Wir sind nicht berechtigt, uns einzumischen. Wir haben keine dirigistische Wirtschaft, schließlich sind wir nicht in Venezuela.“cite-ref-lefigaro-23-0[23]

Mitte 2014 erwog Macron, von seiner BeratertĂ€tigkeit im ÉlysĂ©e-Palast zurĂŒckzutreten, da er keine Möglichkeit sah, ohne UnterstĂŒtzung eines ParteiflĂŒgels Minister zu werden. Nach dem schlechten Abschneiden des linken RegierungsbĂŒndnisses bei den Kommunalwahlen im MĂ€rz 2014 war es Montebourg gelungen, Finanzminister Pierre Moscovici aus dem Amt zu drĂ€ngen und wichtige Teile des Finanzministeriums in sein Ressort einzugliedern. Dies galt als Sieg des linken FlĂŒgels in der Regierung Hollandes. Die Situation Ă€nderte sich, als sich im Sommer 2014 der Konflikt zwischen linkem und rechtem FlĂŒgel verstĂ€rkte. Vertreter der Linken forderten die Aufgabe des Sparkurses der Regierung und eine verĂ€nderte WĂ€hrungspolitik.cite-ref-24[24] Dies fĂŒhrte zur Auflösung des Kabinetts Valls I. Die linken Minister, Arnaud Montebourg, BenoĂźt Hamon und AurĂ©lie Filippetti, schieden aus, und das Kabinett Valls II wurde gebildet. Am 26. August 2014 ernannte PrĂ€sident Hollande Macron zum Minister fĂŒr Wirtschaft, Industrie und Digitales.cite-ref-25[25] Dies wurde als Signal gedeutet, Hollande strebe einen unternehmerfreundlicheren Kurs an und wolle eine Konfrontation mit Deutschland ĂŒber die Euro-WĂ€hrungspolitik vermeiden. In der Presse wurde Macron mehrfach als „Anti-Montebourg“ bezeichnet.cite-ref-26[26] 2014 nahm Macron an der Bilderberg-Konferenz teil und hielt dort einen Vortrag ĂŒber den Zustand der französischen Wirtschaft.cite-ref-27[27]

Macron stand fĂŒr einen Reformkurs, der mit der sozialdemokratischen Linie brach:cite-ref-28[28]cite-ref-29[29] Er war es, der als wichtigster Wirtschaftsberater Hollandes federfĂŒhrend ein Reformpaket (Pacte de ResponsabilitĂ© et SolidaritĂ©)cite-ref-30[30] entwarf, das unter anderem mit Steuererleichterungen fĂŒr Unternehmen die französische Wirtschaft ankurbeln sollte.cite-ref-31[31] Macron ermöglichte dabei den Verkauf des Telekommunikationsanbieters SFR an Patrick Drahi, den sein VorgĂ€nger, Montebourg, hatte verhindern wollen.cite-ref-32[32] Er strebte zudem eine Erweiterung der Öffnungszeiten der GeschĂ€fte an und erwirkte die Liberalisierung des Fernbusverkehrs. Im Herbst 2014 forderte Macron von Deutschland ein Programm ĂŒber 50 Milliarden Euro zur Belebung der Wirtschaft in der Eurozone.cite-ref-33[33] Nach dem Abgang der linken Minister um Montebourg und Hamon gab es Konflikte innerhalb des PS. Bis zu einem Drittel der sozialistischen Abgeordneten stimmten gegen wichtige Gesetzesvorhaben der Regierung, die so bei mehreren Abstimmungen in der Nationalversammlung keine Mehrheit hatte. Der Premierminister, Manuel Valls, konnte Reformen nur noch per Notverordnung gemĂ€ĂŸ Artikel 49 Absatz 3 der französischen Verfassung durchsetzen.cite-ref-34[34]

Am 17. Februar 2015 wurde Macrons Reformpaket der Nationalversammlung als Gesetzentwurf (loi Macron) vorgelegt. In langwierigen parlamentarischen Beratungen mit etwa 3000 ÄnderungsantrĂ€gen wuchs der Entwurf zu einem aus 200 Artikeln bestehenden Gesetzestext an. Sollte das Gesetz ursprĂŒnglich wirtschaftsfreundlich sein und den Arbeitsmarkt liberalisieren, so galt die in Kraft getretene Version rechten Kritikern als zu kompliziert und dem linken FlĂŒgel des PS als Abbau des Sozialstaats.cite-ref-35[35] Dabei tastete die loi Macron weder die 35-Stunden-Woche noch den KĂŒndigungsschutz oder Mindestlohn an. Die Gewerkschaft CGT (ConfĂ©dĂ©ration gĂ©nĂ©rale du travail) fĂŒhrte eine Reihe von Aktionen gegen das Gesetz durch.cite-ref-36[36]cite-ref-37[37] Nach einer polemischen Auseinandersetzung Macrons mit demonstrierenden Gewerkschaftern im Mai 2016 galt er vielen PS-Mitgliedern als rotes Tuch; unter anderem sagte er, wer sich einen Anzug leisten wolle, mĂŒsse dafĂŒr schuften.cite-ref-38[38] So forderten Umfragen zufolge 52 Prozent der Franzosen im Juni 2016 seinen RĂŒcktritt vom Ministeramt.cite-ref-39[39] Bekannt war auch das angespannte VerhĂ€ltnis Macrons zu Manuel Valls, mit dem es zu harten Auseinandersetzungen gekommen sein soll.cite-ref-40[40] Im Juli 2016 drohte Hollande Macron mit Entlassung.cite-ref-41[41] Am 30. August 2016 trat Macron zurĂŒck. Intern galt sein RĂŒcktritt nicht als ĂŒberraschend. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sein Budget fĂŒr ReprĂ€sentationsaufgaben (frais de reprĂ©sentation) bereits zu 80 Prozent aufgebraucht, was darauf schließen ließ, dass er nicht bis zum Ende des Jahres im Amt bleiben wollte.cite-ref-42[42]

ParteigrĂŒndung und PrĂ€sidentschaftskandidatur

Im April 2016, etwa ein Jahr vor der PrĂ€sidentschaftswahl 2017, machte Macron die GrĂŒndung einer eigenen politischen Bewegung namens En Marche bekannt.cite-ref-43[43] Sein RĂŒcktritt am 30. August als Wirtschaftsminister wurde innerhalb des PS sehr kritisch und als „Verrat“ an der Regierung gesehen.cite-ref-44[44] Der Premierminister, Manuel Valls, warf Macron fehlende LoyalitĂ€t vor.cite-ref-45[45] Mit seinem RĂŒcktritt befeuerte Macron Spekulationen ĂŒber eine eigene PrĂ€sidentschaftskandidatur.cite-ref-46[46] Eine Umfrage in der Sozialistischen Partei ergab, dass Macron in einer Kampfabstimmung ĂŒber die PS-Kandidatur gegen Arnaud Montebourg unterliegen wĂŒrde. Doch wĂŒrde er besser als Hollande und Valls abschneiden.cite-ref-47[47] Als Macron erklĂ€rte, nicht an der Kandidatenwahl des PS teilzunehmen, sondern sich an der Spitze einer neuen „Bewegung“ aufzustellen, schloss der GeneralsekretĂ€r des PS, Jean-Christophe CambadĂ©lis, eine UnterstĂŒtzung Macrons durch den PS kategorisch aus.cite-ref-48[48] Macron gab schließlich am 16. November 2016 bekannt, dass er als unabhĂ€ngiger Kandidat zur PrĂ€sidentschaftswahl 2017 antreten werde.cite-ref-49[49] Dies sei unwiderruflich, und er werde auch dann antreten, wenn Hollande fĂŒr eine Wiederwahl kandidiere.cite-ref-50[50] Damit war Macron nach Arnaud Montebourg und BenoĂźt Hamon der dritte ehemalige Minister Hollandes, der seine PrĂ€sidentschaftskandidatur erklĂ€rte. Macron gelang es in kurzer Zeit, fĂŒr seine Kandidatur außergewöhnlich hohe Spenden (rund 16 Millionen Euro) zu sammeln.cite-ref-51[51]cite-ref-52[52] Die Kandidatur Macrons galt als Symbol fĂŒr die Zersplitterung des linken Parteienspektrums. Manuel Valls kritisierte sie als „unverantwortlichen naiven Alleingang“, der das linke Lager erheblich schwĂ€che.cite-ref-53[53]

Macron galt Anfang 2017 als populĂ€rer Kandidat, dem zunĂ€chst aber nur ein Achtungserfolg zugetraut wurde. Sowohl die RĂ©publicains als auch die Sozialistische Partei hatten mit Alain JuppĂ© und Arnaud Montebourg deutlich populĂ€rere Kandidaten.cite-ref-54[54] Jedoch fĂŒhrten die internen Vorwahlen in beiden Parteien zu einer Überraschung: JuppĂ© und Montebourg scheiterten, und es gewannen die jeweils extremeren Kandidaten mit drastischeren Programmen. So forderte der Republikaner François Fillon etwa die Entlassung von 500.000 Beamten,cite-ref-55[55] und eine Hauptforderung des Sozialisten BenoĂźt Hamon war die EinfĂŒhrung eines bedingungslosen Grundeinkommens, das selbst bei vielen seiner Parteigenossen umstritten war. FĂŒr Macron war diese Konstellation ideal, er galt nun als Kandidat des Ausgleichs und der Mitte. Als im Verlauf des Wahlkampfes gegen Fillon KorruptionsvorwĂŒrfe erhoben wurden, drehte sich die Stimmungslage weiter zugunsten Macrons. Bei den Sozialisten spitzte sich unterdessen der Streit zwischen den ParteiflĂŒgeln zu. Der unterlegene Kandidat des rechten FlĂŒgels, Valls, verweigerte Hamon die Gefolgschaft und erklĂ€rte, er werde Macron unterstĂŒtzen.cite-ref-56[56] Die Sozialisten zerstritten sich in aller Öffentlichkeit.cite-ref-57[57] Macron profitierte vom plötzlichen Ansehensverlust der konkurrierenden Parteien, die bis dahin die politische Landschaft Frankreichs bestimmt hatten. Die gleichzeitige SchwĂ€che der Republikaner und der Sozialisten war eine historisch einmalige Konstellation, die die traditionelle Rechts-Links-Spaltung aufhob.

Im Januar 2017 ergaben Umfragen, dass Macron im ersten Wahlgang zwischen 21 und 23 Prozent der Stimmen erzielen und eine anschließende Stichwahl gegen die rechtsextreme Marine Le Pen (ihre Prognose fĂŒr den ersten Wahlgang: 25 bis 27 Prozent) gewinnen könnte.cite-ref-58[58] Zu diesem Zeitpunkt zĂ€hlte En Marche rund 136.000 Mitglieder, und es waren Spenden in Höhe von 4 Millionen Euro eingegangen.cite-ref-59[59] Im Februar geriet Macron wegen seiner Aussagen zur französischen Kolonialzeit in die Kritik – er hatte die französische Kolonisierung bei einem Algerienbesuch als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet und verlor dadurch in Umfragen mehrere Prozent.cite-ref-60[60]cite-ref-61[61] Im Februar erklĂ€rte der Zentrumspolitiker François Bayrou seine UnterstĂŒtzung Macrons und damit seinen Verzicht auf eine eigene PrĂ€sidentschaftskandidatur, was Macron wieder steigende Umfragewerte einbrachte.cite-ref-62[62] VorwĂŒrfe der Plattform WikiLeaks ĂŒber mögliche Skandale Macrons stellten sich als unbegrĂŒndet heraus.cite-ref-63[63] Am 2. MĂ€rz 2017 prĂ€sentierte Macron sein Programm fĂŒr die PrĂ€sidentenwahl.cite-ref-0-64-0[64] Von politischen Beobachtern wurde es als wirtschaftsfreundlich, sozialliberal, pro-europĂ€isch eingeordnet. Fillon erhob den Vorwurf, es sei eine Kopie seines eigenen Programms.cite-ref-65[65]cite-ref-66[66]cite-ref-67[67]cite-ref-68[68] Macron wurde von ehemaligen WeggefĂ€hrten aus der sozialistischen Regierung mehrfach hart angegriffen. So verglich Vincent Peillon Macron und seine Bewegung En Marche sogar mit Gaskammern,cite-ref-69[69] Manuel Valls bezeichnete Macron als Schuft, der keine Grenzen kenne, (« Macron, lui, est mĂ©chant [
 et 
] n’a [
] pas de limites »).cite-ref-70[70] und François Hollande warf Macron vor, ihn systematisch hintergangen zu haben.cite-ref-71[71]

In der ersten Wahlrunde am 23. April 2017 erreichte Emmanuel Macron mit 24 Prozent der Stimmen das beste Ergebnis aller elf Kandidaten und trat daher am 7. Mai in der Stichwahl gegen Marine Le Pen vom Front National an, die in der ersten Runde 21,3 Prozent erreicht hatte.cite-ref-72[72] Die in der ersten Runde unterlegenen Kandidaten der Sozialisten und Republikaner, Hamon und Fillon, riefen in der Stichwahl zur Wahl Macrons auf, um eine PrÀsidentschaft Le Pens zu verhindern. In der Stichwahl erhielt Macron (bei einer Wahlbeteiligung von 74,6 Prozent) 66,1 Prozent der Stimmen.cite-ref-73[73]

Die FAZ berichtete im Oktober 2019 ĂŒber das Buch „OpĂ©ration Macron“cite-ref-74[74] von Eric Stemmelen, einem ehemaligen Programmdirektor des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders France 2. Die Medien, so eine These Stemmelens, hĂ€tten das Drehbuch zu Emmanuel Macrons MachtĂŒbernahme geschrieben. Sie gehörten zehn MilliardĂ€ren, deren Fernseh- und Radiosender einen Marktanteil von ĂŒber 50 Prozent erreichten. Bei den Tageszeitungen kontrollierten sie 90 Prozent der Gesamtauflage aller französischen Zeitungen. Der Autor spricht von einer „Oligarchie“, die Macron durch Manipulation an die Macht gebracht habe.cite-ref-75[75] Der Vorgang habe 2014 mit Macrons Ernennung zum Wirtschaftsminister begonnen. Auch die Untersuchungen gegen François Fillon im Wahlkampf 2017 seien Teil der Kampagne gewesen, die maßgeblich von Jean-Pierre Jouyet angefĂŒhrt wurde, der mit einer Erbin des Champagner-Hauses Taittinger verheiratet sei. Pierre-Emmanuel Taittinger wollte ursprĂŒnglich selbst zur PrĂ€sidentschaftswahl 2017 antreten.

Politische Positionen im Wahlkampf 2017

‱ Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik: Macron fordert einen Abbau von Regulierungen fĂŒr Unternehmen.cite-ref-1-76-0[76] Er möchte das Arbeitsrecht auf grundsĂ€tzliche Normen beschrĂ€nken sowie die 35-Stunden-Woche beibehalten, wobei die Branchen und Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten aushandeln können sollen.cite-ref-dfi-77-0[77] Macron plant den Aufbau eines universellen Rentensystems, das die 37 speziellen Rentensysteme ersetzt und gleichermaßen fĂŒr Beamte wie Angestellte gilt.cite-ref-dfi-77-1[77] Er will die Beibehaltung des Renteneintritts mit 62 Jahren oder nach 42 Jahren Beitragszahlungen bis 2022 garantieren.cite-ref-dfi-77-2[77] ArbeitslosenunterstĂŒtzung fordert er auch fĂŒr SelbststĂ€ndige und Freiberufler sowie fĂŒr Arbeitnehmer, die selbst kĂŒndigen. Sie soll jedoch entzogen werden können, bei Ablehnung von akzeptablen Arbeitsangeboten oder fehlendem Engagement bei der Arbeitssuche.cite-ref-dfi-77-3[77] Er plant die Streichung von 120.000 Beamtenstellen, außer in HospitĂ€lern.cite-ref-dfi-77-4[77] In sozialen Brennpunkten fordert er mehr Lehrer- und Polizistenstellen.cite-ref-0-64-1[64]
‱ Finanz- und Steuerpolitik: Macron will die öffentlichen Ausgaben binnen fĂŒnf Jahren um 60 Milliarden Euro reduzieren durch Einsparungen im Gesundheitswesen (15 Milliarden Euro), bei den Gebietskörperschaften (10 Milliarden Euro), bei den Staatsausgaben (25 Milliarden Euro), durch Senkung der Arbeitslosigkeit (10 Milliarden Euro). Er plant Investitionen in Höhe von 50 Milliarden Euro, davon 15 Milliarden Euro fĂŒr Aus- und Weiterbildung, 15 Milliarden Euro fĂŒr den ökologischen und energetischen Wandel sowie jeweils 5 Milliarden Euro fĂŒr die Landwirtschaft, das Gesundheitswesen, das Verkehrswesen und die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung. Er will die Unternehmenssteuern von 33,3 Prozent auf 25 Prozent senken und plant eine Reform der Vermögenssteuer, die Kapital, das investiert wird, von der Besteuerung ausnimmt, außer ImmobilieneinkĂŒnfte.cite-ref-dfi-77-5[77]
‱ Energie- und Umweltpolitik: Macron möchte die AbhĂ€ngigkeit Frankreichs von der Atomenergie vermindern. Einen Ausstieg aus dieser lehnt er ab. Er fordert ein umweltfreundliches Steuersystem, um eine Wirtschaft mit niedrigem CO2-Ausstoß zu erreichen.cite-ref-dfi-77-6[77]
‱ Asylpolitik: Macron fordert eine schnellere Bearbeitung von Asylverfahren, zur Ermöglichung einer zĂŒgigen Ausbildung und Integration fĂŒr Personen mit Asylrecht und einer zĂŒgigen Abschiebung von Personen ohne Asylrecht.cite-ref-dfi-77-7[77]
‱ Europapolitik: Das auffĂ€lligste Kennzeichen von Macrons Wahlkampf ist, dass er ein „offensives Bekenntnis zu Europa“ in den Mittelpunkt stellt.cite-ref-78[78] „Ich habe Europa im Herzen“, versichert er. Er umgibt sich mit Europaflaggen, ruft bei Wahlkampfveranstaltungen „Wir wollen Europa!“ und tritt am Wahlabend unter den KlĂ€ngen von Beethovens Europahymne vor seine AnhĂ€nger.cite-ref-79[79] Er möchte das Schengener Abkommen beibehalten und fordert die VerstĂ€rkung von Frontex durch 5000 neue Grenzbeamte an den EU-Außengrenzen sowie ein gemeinsames Informationssystem fĂŒr besseren Austausch bei der BekĂ€mpfung von organisiertem Verbrechen und Terrorismus.cite-ref-dfi-77-8[77] Zudem plĂ€diert er fĂŒr gemeinsame Institutionen fĂŒr die Eurozone.cite-ref-0-64-2[64] Er fordert die Einrichtung eines Budgets der Eurozone in Höhe von mehreren 100 Milliarden Euro fĂŒr Investitionen, das von einem Parlament der Eurozone legitimiert und kontrolliert und von einem Minister fĂŒr Wirtschaft und Finanzen der Eurozone gesteuert werden soll.cite-ref-dfi-77-9[77] Eine solche europĂ€ische Transferunion und damit Euro-Anleihen und die Vergemeinschaftung von Staatsschulden wird von Politikern insbesondere in Deutschland kritisiert. Sie erwarten stattdessen verstĂ€rkte Anstrengungen der französischen Politik, die eigene Wirtschaft voranzubringen.cite-ref-eurobonds-80-0[80] Macron bezeichnete Deutschlands AußenhandelsĂŒberschuss im PrĂ€sidentschaftswahlkampf als „nicht mehr tragbar“.cite-ref-81[81]

Sonstige politische Positionen

‱ Direkte Demokratie: Die EinfĂŒhrung direkter Demokratie in Form von Volksinitiativen und daraus gegebenenfalls resultierenden Volksabstimmungen in Frankreich lehnt Macron ab.cite-ref-82[82] Seiner Ansicht nach sei Frankreich zu gewalttĂ€tig, als dass derartige demokratische Verfahren eingefĂŒhrt werden könnten.cite-ref-83[83] Der Ausbau direktdemokratischer Initiativverfahren gehörte unter dem Begriff rĂ©fĂ©rendum d’initiative citoyenne zu den Kernforderungen der Gelbwestenbewegung.cite-ref-84[84]

In einem von der Zeit in AuszĂŒgen wiedergegebenen Interview, das am 23. Dezember 2020 in L’Express erschien, positionierte Macron sich zu weiteren Feldern:

‱ Rolle des Staates: Bei den Franzosen stehe der Staat einerseits fĂŒr Einheit, andererseits fĂŒr Zwang. Man empfinde fĂŒr ihn eine Form der Hassliebe. FĂŒr alles, was nicht funktioniere, werde dem Staat die Schuld gegeben, weshalb das Vertrauen in dessen Strukturen und in die politischen Verantwortlichen „seit Jahrzehnten schwĂ€cher als anderswo“ sei.
‱ Öffentliche Meinungsbildung in der Corona-Pandemie: Nicht geĂ€ußerte Zweifel, die auch Fortschritt und Erkenntnis bringen könnten, seien das Problem, sondern Obskurantismus. Als Hauptproblem sieht Macron das Schwinden jeder Hierarchie in einer Gesellschaft, in der permanent kommentiert und alle Äußerungen unabhĂ€ngig von fachlicher Kompetenz fĂŒr gleichwertig angesehen wĂŒrden. Es entstehe ein Teufelskreis: „Eine Gleichmacherei, die zum Skeptizismus fĂŒhrt, erzeugt Obskurantismus. Der steht im Gegensatz zum kartesianischen Fundament des rationalen Denkens und der Wahrheit, und so entstehen Verschwörungstheorien.“
‱ Kulturelle IdentitĂ€t der Franzosen: Französisch zu sein, bedeutet fĂŒr Macron zunĂ€chst, „in einer Sprache und in einer Geschichte zu Hause zu sein, also ein Schicksal zu teilen.“ Speziell bei der EinbĂŒrgerung werde man deshalb die Anforderungen bei Geschichts- und Französischkenntnissen anheben. „Wenn bestimmte Leute unser Fundament angreifen und infrage stellen, unsere Werte ablehnen, die Gleichstellung der Geschlechter, die LaizitĂ€t – dann können sie keine Franzosen sein, denn sie lehnen die Grundprinzipien ab.“ Macrons Integrationskonzept schließt aber ein, dass EinbĂŒrgerungswillige sich zum republikanischen Modell bekennen, ohne die eigenen kulturellen Wurzeln zu verleugnen. Außerhalb Frankreichs Geborene brĂ€chten Einzigartiges und Bedeutungsvolles mit, das anzuerkennen sei. „Jeder muss zwischen unterschiedlichen kulturellen Horizonten leben dĂŒrfen.“
‱ Bindung an Europa: Fortschritts- und Zukunftsoptimismus bindet Macron an gemeinsames Handeln der Franzosen nicht zuletzt im europĂ€ischen Rahmen, der sich positiv entwickle, wie etwa neuerdings die Einigung auf Konjunkturanreize durch gemeinsame Verschuldung und auf eine u. a. militĂ€risch und technologisch untersetzte strategische Autonomie zeige. Frankreichs Vorankommen hĂ€nge von der SouverĂ€nitĂ€t Europas ab. „Das Wir ist ein Handlungsprinzip, es ist unsere historische, kulturelle IdentitĂ€t und zugleich eine Praxis fĂŒr heute und morgen.“cite-ref-85[85]

PrÀsidentschaft

Nach seinem Sieg in der Stichwahl zur PrĂ€sidentschaft am 7. Mai 2017 versammelte Macron Zehntausende AnhĂ€nger auf dem Innenhof des Louvre und unterstrich damit symbolisch seine Entscheidung, abseits der bisherigen parteipolitischen Linien einen Neuanfang zu versuchen (die Rechten versammeln sich nach Wahlsiegen traditionell auf der Place de la Concorde, die Linken auf der Place de la Bastille).cite-ref-86[86] Am 14. Mai 2017 wurde Macron ins Amt eingefĂŒhrt und ĂŒbernahm die AmtsgeschĂ€fte von François Hollande. Seit dem Tag ist er kraft Amtes unter anderem auch KofĂŒrst von Andorra.cite-ref-87[87]cite-ref-88[88] Am folgenden Tag ernannte er den bisherigen BĂŒrgermeister von Le Havre, Édouard Philippe, zum neuen Premierminister. Die Wahl des Politikers der konservativen RĂ©publicains sollte vor der anstehenden Parlamentswahl Macrons BemĂŒhen um eine parteien- und lagerĂŒbergreifende Mehrheit unterstĂŒtzen.cite-ref-89[89] Am Abend besuchte Macron auf seiner ersten Auslandsreise der Tradition entsprechend die deutsche Regierungschefin.cite-ref-90[90] Auch mehrere SchlĂŒsselpositionen im Kabinett Philippe I und Kabinett Philippe II sind mit Personen wie dem Premierminister Édouard Philippe selbst und dem Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire besetzt, die eine AffinitĂ€t zur EuropĂ€ischen Union und besonders zu Deutschland aufweisen.cite-ref-91[91] Im Juli 2020 kĂŒndigte Macron nach einem schlechten Abschneiden in den Kommunalwahlen eine Neubildung der Regierung seines Premierministers, Édouard Philippe, an. Es folgten mehrere Regierungsumbildungen (siehe französische Regierung).

Am 3. MĂ€rz 2022, einen Tag vor Ablauf der Bewerbungsfrist fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahl 2022, kĂŒndigte Macron seine Kandidatur fĂŒr eine zweite Amtszeit an.cite-ref-92[92] Beim ersten Wahlgang am 10. April 2022 erhielt er rund 27 Prozent der abgegebenen Stimmen und platzierte sich vor seiner Hauptkonkurrentin, Marine Le Pen.cite-ref-93[93] Drei Tage vor dem zweiten Wahlgang, der erforderlichen Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten, versuchten die Regierungschefs Deutschlands (Olaf Scholz), Spaniens (Pedro SĂĄnchez) und Portugals (AntĂłnio Costa) in einem Gastbeitrag in der liberalen Tageszeitung Le Monde im Sinne der Einheit Europas Einfluss auf die Wahl zu nehmen, indem sie sich indirekt gegen die Europakritikerin Le Pen und fĂŒr Macron aussprachen.cite-ref-94[94] Bei der Stichwahl am 24. April erhielt Macron 58,55 Prozent der Stimmen und wurde fĂŒr eine zweite Amtszeit gewĂ€hlt. Umfragen ergaben, dass 42 Prozent derer, die fĂŒr ihn stimmten, dies vor allem taten, weil sie den Zugang zum PrĂ€sidentenamt fĂŒr Le Pen blockieren wollten, und nicht, weil sie Macron fĂŒr einen guten Kandidaten hielten.cite-ref-95[95] 61 Prozent der Franzosen wĂŒnschten in den Tagen nach Macrons Sieg, die Mehrheit der am 12. und 19. Juni 2022 zu wĂ€hlenden Volksvertreter in der Nationalversammlung möge aus Gegnern Macrons bestehen; demnach bevorzugt die Mehrheit der Franzosen eine erneute Cohabitation, wie sie bereits in mehreren Phasen zwischen 1986 und 2002 bestand.cite-ref-96[96] Am 15. Mai 2022 wurde Élisabeth Borne von Macron zur neuen MinisterprĂ€sidentin ernannt, was eher linke WĂ€hler bei der Parlamentswahl im Juni ansprechen sollte.cite-ref-97[97] Bei dieser holte Macrons ParteienbĂŒndnis Ensemble dann 25,75 Prozent der Stimmen (etwa 6,5 Prozent weniger als 2017) und trotz des Mehrheitswahlrechts nur 245 von 577 Parlamentssitzen, womit die absolute Mehrheit klar verfehlt war. Dies lag vor allem am starken Abschneiden von Jean-Luc MĂ©lenchons LinksbĂŒndnis NUPES (Nouvelle union populaire Ă©cologique et sociale aus den Parteien La France insoumise, Sozialisten, GrĂŒnen und Kommunisten), das 131 Wahlkreise/Mandate gewann und Marine Le Pens Rassemblement National, der 89 Wahlkreise/Mandate gewann, ĂŒberholte.cite-ref-98[98] Nachdem Borne im Januar 2024 zurĂŒcktrat, beauftragte Macron seinen bisherigen Bildungsminister, den zu dem Zeitpunkt 34-jĂ€hrigen Gabriel Attal mit der Regierungsbildung (Kabinett Attal). Attal wurde damit jĂŒngster MinisterprĂ€sident in der Geschichte der Republik. Im Juni 2024 löste Macron nach der Europawahl in Frankreich 2024, aus der seine Partei starke Stimmenverluste hinnehmen musste, das französische Parlament auf und kĂŒndigte mit den Worten, dass er „nicht so tun“ könne, „als ob nichts geschehen wĂ€re“ Neuwahlen an.cite-ref-99[99] Am 5. September 2024 ernannte Macron Michel Barnier zum neuen Premierminister. Dessen Regierung, das Kabinett Barnier, hielt jedoch nur bis Dezember desselben Jahres. Noch im selben Monat wurde François Bayrou von Macron zum Premierminister ernannt und dessen Regierung (Kabinett Bayrou) vereidigt.

Innenpolitik

Im Juli 2017 wurde ein Gesetz zur „Steigerung der politischen Moral“ verabschiedet. Es sieht u. a. vor, dass Abgeordnete kĂŒnftig keine Familienangehörigen als Mitarbeiter beschĂ€ftigen dĂŒrfen. Außerdem mĂŒssen von ihnen Belege fĂŒr die SpesenentschĂ€digung vorgelegt werden, und bei einem nachgewiesenen Verbrechen verlieren sie nach ihrer Verurteilung die WĂ€hlbarkeit.cite-ref-100[100] Das Gesetz war zum Teil eine Reaktion auf VorwĂŒrfe, die gegen François Fillon im Wahlkampf erhoben worden waren.cite-ref-101[101]

Im Vorfeld des 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkriegs sprach sich Macron fĂŒr eine legitime Huldigung Philippe PĂ©tains aus, der als Held der Schlacht um Verdun von 1916, zugleich aber als Kollaborateur mit dem nationalsozialistischen Deutschland im Zweiten Weltkrieg gilt.cite-ref-102[102]cite-ref-103[103]

Im September 2017 wurde eine umfangreiche Arbeitsmarktreform arbeitsmarktreform verabschiedet. Der KĂŒndigungsschutz wurde dabei gelockert und die Höhe von Abfindungen fĂŒr gekĂŒndigte Mitarbeiter zeitlich und in der finanziellen Höhe begrenzt. Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern (dies sind etwa 95 Prozent aller französischen Unternehmen)cite-ref-faz-15177661-104-0[104] können nun Branchenvereinbarungen etwa ĂŒber Arbeitszeiten und GehĂ€lter umgehen und mehr Entscheidungen betriebsintern regeln, ohne die Gewerkschaften einzubeziehen.cite-ref-105[105]cite-ref-spon-1169366-106-0[106]cite-ref-107[107]

Parallel dazu wurde wie im Wahlkampf angekĂŒndigt die Vermögenssteuer weitgehend abgeschafft – die Besteuerung von Immobilienbesitz blieb erhalten – mit der Absicht, SteuerflĂŒchtlingen eine RĂŒckkehr nach Frankreich zu erleichtern, die damit wiederum zur Schaffung von ArbeitsplĂ€tzen beitragen sollen. Dies begĂŒnstigte Vermögende, und da gleichzeitig Sozialleistungen gekĂŒrzt wurden,cite-ref-108[108] wurden diese Reformen angesichts von rund 8,8 Millionen Franzosen unterhalb der Armutsgrenze von der linken Opposition kritisiert; diese tadelte Macron als „PrĂ€sident der Reichen“. DemgegenĂŒber hatte der linke Gegenkandidat, der Sozialist BenoĂźt Hamon, fĂŒr seine PrĂ€sidentschaft ein Grundeinkommen fĂŒr Geringverdiener geplant. Im September 2018 stellte Macron einen Plan zur ArmutsbekĂ€mpfung in Frankreich mit einem AktivitĂ€tseinkommen mit Pflicht zur Arbeitssuche vor:cite-ref-109[109] Ein „Revenu universel d’activitĂ©â€œ im Unterschied zum „Revenu d’inactivitĂ©â€œ (Arbeitslosengeld) und aufbauend auf dem bisher gezahlten „Revenu de solidaritĂ© active“ soll den gesellschaftlichen Zusammenhalt stĂ€rken und die Ideale der Französischen Republik von Gleichheit und BrĂŒderlichkeit ((LibertĂ©) Ă©galitĂ©, fraternitĂ©) einlösen. Sozialleistungen sollen gebĂŒndelt und vereinfacht werden. Das „AktivitĂ€tseinkommen“ soll ein Grundeinkommen sein, nicht bedingungslos fĂŒr alle in Frankreich lebenden Menschen, soll jedoch jedem BĂŒrger zustehen und durch Investitionen in mehr PlĂ€tze in KindertagesstĂ€tten ergĂ€nzt werden. Die Höhe war im Herbst 2018 noch offen.cite-ref-110[110]

Anfang 2018 prĂ€sentierte Macron den Entwurf fĂŒr eine VerschĂ€rfung des Asylrechts in Frankreich. Ziel des Gesetzespakets soll sein, dass Asylverfahren schneller bearbeitet, Fristen fĂŒr Gegenklagen verkĂŒrzt und Abschiebungen erleichtert werden. Der Vorschlag wurde in der En-Marche-Fraktion im französischen Parlament kontrovers diskutiert und brachte Macron erstmals massive Kritik aus den eigenen Reihen von Abgeordneten ein, die diesen Vorschlag in Teilen als zu hart ansahen.cite-ref-111[111] Schließlich stimmte trotz allem eine Parlamentsmehrheit dem Gesetz zu. Auf großen Widerstand traf die geplante Bahnreform. Die Regierung schlug im April 2018 vor, den aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammenden Sonderstatus der Eisenbahner bei Neueinstellungen abzuschaffen. Dieser erlaubt es Angehörigen der Staatsbahn SNCF, mit 57 Jahren in Rente zu gehen; darĂŒber hinaus sind sie faktisch unkĂŒndbar und genießen weitreichende VergĂŒnstigungen wie Betriebswohnungen und Gratisfahrkarten fĂŒr Verwandte. Außerdem soll die geplante Reform es privaten Anbietern ermöglichen, eigene ZĂŒge in Frankreich verkehren zu lassen. Im Gegenzug erklĂ€rte die Regierung ihre Absicht, den Staat einen Teil der Schulden der SNCF ĂŒbernehmen zu lassen und soziale Sicherheiten fĂŒr die Arbeitnehmer zu garantieren. Die Eisenbahngewerkschaften lehnten die PlĂ€ne ab und starteten einen zunĂ€chst zweimonatigen Streik, in dessen Verlauf es an zwei Tagen pro Woche zu Arbeitsniederlegungen kam.cite-ref-112[112] Die Streikenden schafften es jedoch nicht, die Regierung zum Einlenken zu zwingen. Zwar wurde der Streik verlĂ€ngert, erschöpfte sich aber zusehends. Mitte Juli lief der Bahnbetrieb wieder normal, wenngleich zwei Gewerkschaften zur Fortsetzung der Arbeitsniederlegungen ĂŒber den Juli hinaus aufriefen. Die etwa dreimonatige Streik hatte die SNCF 790 Millionen Euro gekostet.cite-ref-113[113] Zeitgleich mit dem Beginn des Eisenbahnerstreiks besetzten Studenten UniversitĂ€ten in ganz Frankreich, da sie die geplante Reform der Studienplatzvergabe ablehnten. Das bisher gĂŒltige Losverfahren zur Vergabe von StudienplĂ€tzen soll ersetzt werden durch Aufnahmekriterien, die die UniversitĂ€ten selbst festlegen.cite-ref-114[114] Die bestreikten Hochschulen wurden schließlich von der Polizei gerĂ€umt.

Im April 2019 fĂŒhrte Macron einen „allgemeinen nationalen Dienst“ (Service national universel, SNU) ein, der ab 2021 fĂŒr alle jungen Franzosen zwischen 16 und 25 Jahren verpflichtend wird. Er dauert zunĂ€chst einen Monat und kann in zivilen und militĂ€rischen Einrichtungen geleistet werden. Ziel dieser allgemeinen Dienstpflicht ist es, die Werte der Französischen Republik zu vermitteln, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stĂ€rken und das soziale Engagement zu fördern.cite-ref-115[115]

Die COVID-19-Pandemie in Frankreich begann im MĂ€rz 2020; seit Anfang 2021 gibt es Impfstoffe dagegen. 2021 verbreiteten sich zunĂ€chst die ansteckendere Alpha-Variante und dann die ansteckendere Delta-Variante. Im Dezember verbreitete sich die noch ansteckendere Omikron-Variante so stark, dass sie seitdem dominiert. Macron hielt (Stand 20. Januar 2022) an seiner Überzeugung fest, die Schulen offenzuhalten; sie öffneten nach den Weihnachtsferien 2021/22 trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz von ĂŒber 3000.cite-ref-116[116] Macron sagte in einer Fernsehansprache am 12. Juli 2021, die Frage der Impfpflicht stelle sich nicht nur fĂŒr Menschen in exponierten Berufen (z. B. Gesundheitswesen), sondern fĂŒr die gesamte Bevölkerung. Danach stieg die Zahl der COVID-19-Impfungen deutlich an (siehe hier).cite-ref-117[117] Seit Dezember 2021 dominierte in Frankreich die noch ansteckendere Omikron-Variante. Macron sagte am 5. Januar 2022, er habe „große Lust, den Ungeimpften auf den Wecker zu fallen.“ Impfgegner untergrĂŒben die Grundlagen der Nation. „Wenn meine Freiheit die der anderen bedroht, dann handle ich verantwortungslos“, und Verantwortungslosigkeit widerspreche dem BĂŒrgersinn. In diesen Worten Macrons kann eine Reaktion auf die unerwarteten Schwierigkeiten der Regierung verstanden werden, das Gesetz zum neuen Impfpass in der Nationalversammlung durchzusetzen.cite-ref-118[118]

Im September 2022 erklĂ€rte er, dass er die Rentenreform, deren Umsetzung im Zuge der Pandemie ausgesetzt wurde, umsetzen werde und diese im Folgejahr in Kraft treten solle. Im selben Monat eröffnete Macron mit dem Nationalen Rat zur NeugrĂŒndung eine Art Debattierforum, mit dem er Lösungen fĂŒr dringende Fragen der Zeit erarbeiten möchte. Kritiker sehen darin einen Versuch, die französische Nationalversammlung zu umgehen.cite-ref-119[119] Nachdem die von Élisabeth Borne angefĂŒhrte Regierung die Erhöhung des Renteneintrittsalters unter Berufung auf Artikel 49.3 der französischen Verfassung im MĂ€rz 2023 durchsetzte und damit eine Abstimmung im Parlament umging, ĂŒberstand Bornes Regierung zwei MisstrauensantrĂ€ge, wovon einem Antrag neun von 287 benötigten Stimmen fehlten.cite-ref-120[120] Im Kontext der Reform kam es landesweit zu zivilen Protesten und Arbeitsniederlegungen der wichtigsten Gewerkschaften, die teilweise in gewaltsame Ausschreitungen mĂŒndeten. WĂ€hrend das Innenministerium von knapp 1,1 Millionen Menschen sprach, waren es laut der Gewerkschaft CGT 3,5 Millionen Demonstranten.cite-ref-121[121]

Nach der Regierungsumbildung bzw. Vereidigung des Kabinetts Attal im Januar 2024 kĂŒndigte Macron einen Pflichtdienst an der Nation fĂŒr junge Menschen und den Bau weiterer Atomkraftwerke an. Macron machte außerdem das Theaterspielen zur Pflicht von MittelschĂŒlern und genehmigte die (vorerst testweise) Implementierung von Schuluniformen.cite-ref-122[122] Im MĂ€rz 2024 wurde das Recht auf Schwangerschaftsabbruch nach einer Entscheidung der Nationalversammlung und des Senats in die Verfassung aufgenommen. Frankreich wurde damit das weltweit erste Land, in der das Recht auf Abtreibung in der Verfassung verbrieft wurde. Der Vorschlag, das Recht in der Verfassung niederzuschreiben, ging auf Macron zurĂŒck.cite-ref-123[123]

Außenpolitik

Zum Syrischen BĂŒrgerkrieg kĂŒndigte Macron am 21. Juni 2017 in einem langen Interview mit acht europĂ€ischen Zeitungen (Le Figaro, SĂŒddeutsche Zeitung,cite-ref-124[124] Le Soir, The Guardian, Corriere della Sera, El PaĂ­s, Gazeta Wyborcza und Le Temps) einen Kurswechsel an. Das Problem solle von nicht-syrischen MĂ€chten in erster Linie nicht militĂ€risch, sondern politisch angegangen werden, das bisherige Vorgehen sei ein Fehler gewesen. Ein wirklicher Wandel bestehe ab sofort darin, dass es nicht mehr in erster Linie um die Absetzung von Baschar al-Assad gehe, denn niemand habe bisher einen rechtmĂ€ĂŸigen Nachfolger fĂŒr diesen aufzeigen können. Macron stellte in der Syrienfrage vier Prinzipien auf:
1. Entschlossener Kampf gegen die Terrorgruppen; diese seien Feinde, von denen islamistische AnschlĂ€ge ausgingen. In diesem Kampf brauche man Russland als BĂŒndnispartner.
2. Schaffung einer gewissen StabilitĂ€t in Syrien, um einen weiteren Failed State (gescheiterten Staat) zu vermeiden. Macron wolle zehn Jahre „Neokonservatismus“ in der Außenpolitik beenden, die er negativ bewerte, besonders auf Libyen und den Irak bezogen. Man könne die Demokratie nicht von außen in ein Land bringen, wenn die Leute dort das nicht wollten.
3. Zwei rote Linien im Syrien-Konflikt: den Chemiewaffen-Einsatz und den ungehinderten Zugang fĂŒr Hilfsmaßnahmen. Das habe Macron Putin „sehr deutlich“ gesagt. Jeder Einsatz von Chemiewaffen werde von Frankreich, sogar im Alleingang, eine Antwort erhalten; in diesem Punkt stimme man mit den Vereinigten Staaten ĂŒberein.
4. Die StabilitĂ€t Syriens als mittelfristiges Ziel; dazu gehöre, dass Minderheiten im Land rechtlich anerkannt wĂŒrden.cite-ref-125[125]

Im November 2019 erklĂ€rte Macron die NATO fĂŒr „hirntot“ und sorgte damit einerseits fĂŒr Empörung, stieß damit andererseits aber eine Diskussion ĂŒber die Zukunft der europĂ€ischen Außen- und Sicherheitspolitik an.cite-ref-126[126]cite-ref-127[127]cite-ref-128[128]

Macron besuchte im Dezember 2021 als erster Regierungschef der westlichen Welt Saudi-Arabien seit der Ermordung von Jamal Khashoggi.cite-ref-129[129]

Nach dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine im Februar 2022 war Macron der einzige der westlichen Staats- und Regierungschefs, der noch mit dem russischen PrĂ€sidenten Putin telefonierte.cite-ref-130[130]cite-ref-131[131]cite-ref-132[132] Der polnische MinisterprĂ€sidenten Mateusz Morawiecki kritisierte Macron mit den Worten „es hat auch niemand mit Adolf Hitler verhandelt“. Macron antwortete darauf im April 2022, wenige Tage vor der französischen PrĂ€sidentschaftswahl und vor dem Hintergrund, dass Morawiecki Macrons politische Gegnerin bei den Wahlen unterstĂŒtzte, Morawiecki sei ein „rechtsradikaler Antisemit“, der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und trans Menschen das Leben schwer mache. Der polnische Außenminister Zbigniew Rau bestellte den französischen Botschafter fĂŒr ein GesprĂ€ch ein.cite-ref-133[133]

Macron schloss im MĂ€rz 2024 bei einem Treffen in Paris zum Ukraine-Krieg den Einsatz von Bodentruppen nicht aus („Wir haben eine Dynamik, in der nichts ausgeschlossen werden kann. Wir tun alles, damit Russland diesen Krieg nicht gewinnen kann“) und löste damit eine Kontroverse aus. Viele LĂ€nder kritisierten dies und erteilten der Entsendung von Bodentruppen in die Ukraine eine klare Absage. Sie kritisierten auch, dass Frankreich, obwohl es eine der grĂ¶ĂŸten WirtschaftsmĂ€chte der Welt ist, auf der Liste der militĂ€rischen Waffenhilfe fĂŒr die Ukraine (gemessen am BIP) einen der letzten PlĂ€tze (540 Millionen im Vergleich zu Deutschlands 17,1 Milliarden) einnimmt.cite-ref-134[134] Viele vermuten, dass Macrons Vorstoß in der Frage der Bodentruppen eine Philosophie der Abschreckung, der strategischen AmbiguitĂ€t gegenĂŒber Russland ist.cite-ref-135[135]

Macron hielt am 25. April 2024 an der Sorbonne eine Grundsatzrede (wie schon am 26. September 2017). Europa stehe an einem Wendepunkt und mĂŒsse mehr tun, um mit den schnell aufrĂŒstenden globalen Rivalen konkurrieren zu können. Europa mĂŒsse sich der Tatsache bewusst werden, dass es angesichts globaler Bedrohungen wie Russlands Krieg in der Ukraine nicht ausreichend bewaffnet sei und dass es seine Verteidigungsstrategie Ă€ndern mĂŒsse.cite-ref-136[136] Macron zeigt sich erstmals offen fĂŒr eine europĂ€ische Raketenabwehrcite-ref-137[137] und schlug die Schaffung einer europĂ€ischen MilitĂ€rakademie vor.cite-ref-138[138]

Im Oktober 2024 gab Macron vor dem Hintergrund des Kriegs in Israel, Gaza und Libanon bzw. des Israelisch-palĂ€stinensischen Konflikts bekannt, Israel nur noch Waffen zur Raketenabwehr und anderweitige VerteidigungsausrĂŒstung liefern. Macron sprach sich dafĂŒr aus, Israel keine Waffen mehr fĂŒr die KriegsfĂŒhrung zu liefern. Er erklĂ€rte sein Bedauern, dass sich in dem Konflikt nichts bewege trotz aller diplomatischen BemĂŒhungen um einen Waffenstillstand: „Ich denke, dass wir nicht gehört werden, und ich halte es fĂŒr einen Fehler, auch fĂŒr die Sicherheit Israels“.cite-ref-139[139]cite-ref-140[140]

Im September 2025 erfolgte unter Macrons PrĂ€sidentschaft die Anerkennung PalĂ€stinas durch Frankreich.cite-ref-141[141] Als Macron dies im Vorfeld ankĂŒndigte, wurde er von der von Benjamin Netanjahu gefĂŒhrten israelischen Regierung zur unerwĂŒnschten Person in Israel erklĂ€rt.cite-ref-142[142]

Europapolitik

In seiner am 26. September 2017 an der Sorbonne vorgetragenen programmatischen Rede entwickelte Macron eine „Initiative fĂŒr Europa“, die unter neuen Vorzeichen auf die zĂŒgige Schaffung einer souverĂ€nen, geeinten und demokratischen EuropĂ€ischen Union zielt. Schwerpunkte der Rede waren die Themen: Migrationspolitik, digitale Revolution und Reform der EuropĂ€ischen Union.

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Hauptartikel

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Macrons Initiative fĂŒr Europa

Nach EinschĂ€tzung des EU-Historikers Christoph Driessen war dies „die seit vielen Jahren wichtigste“ europapolitische Grundsatzrede ĂŒberhaupt.cite-ref-143[143] „Die Rede zeichnet sich dadurch aus, dass sie einerseits ein visionĂ€res Ziel beschreibt – eine handlungsfĂ€hige, starke und demokratische EU – und dieser Vision andererseits mit konkreten VorschlĂ€gen Leben einhaucht.“ Macrons Leitgedanke sei dabei die Idee „ein Europa, das schĂŒtzt“ gewesen.cite-ref-144[144]

Macron hat sich in der Europapolitik als Gegner des italienischen Innenministers und ParteifĂŒhrers der Lega Nord, Matteo Salvini, und des ungarischen MinisterprĂ€sidenten, Viktor OrbĂĄn, positioniert. So bezeichnete der Sprecher von Macrons Partei, Gabriel Attal, die FlĂŒchtlingspolitik Salvinis als „zum Kotzen“.cite-ref-145[145]cite-ref-146[146] Salvini wiederum beschimpfte Macron als „SchwĂ€tzer und Heuchler“.cite-ref-147[147]

Im Januar 2022 griff Macron in einer Grundsatzrede vor dem EuropĂ€ischen Parlament Punkte seiner Initiative von 2017 wieder auf. Er lehnte eine Erweiterung der EuropĂ€ischen Union um die sechs LĂ€nder des Westbalkans ab. So wie die EuropĂ€ische Union heute funktioniere, könne sie „kein Europa zu 31, 32 oder 33“ werden. Macron knĂŒpfte eine Aufnahme weiterer Staaten an eine „Reform der Regeln“.cite-ref-148[148] Im Mai 2022 schlug Macron eine Wiederauflage der 1952 gescheiterten EuropĂ€ischen Politischen Gemeinschaft vor. Der Vorschlag wurde im Oktober 2022 mit einem GrĂŒndungstreffen umgesetzt.cite-ref-149[149]

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EuropÀische Politische Gemeinschaft (2022)

vr-chinaNach einem Staatsbesuch in der Volksrepublik China im April 2023 erklĂ€rte Macron, dass Europa dem Druck widerstehen mĂŒsse, „Amerikas Gefolgsleute“ zu werden. Er erklĂ€rte dies vor dem Hintergrund des Taiwan-Konflikts. Bei diesem bestehe laut Macron fĂŒr Europa ein „großes Risiko“, darin verwickelt zu werden, obwohl der Konflikt nicht der Europas sei. Europa mĂŒsse seine AbhĂ€ngigkeit von den Vereinigten Staaten verringern und vermeiden, in eine Konfrontation zwischen China und den Vereinigten Staaten ĂŒber Taiwan hineingezogen zu werden.cite-ref-150[150] Der Vorstoß Macrons stieß bei manchen deutschen Politikern auf scharfe Kritik. Der Vorsitzende der EuropĂ€ischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber (CSU), sagte unter anderem, dass sich die EU unglaubwĂŒrdig machte, wenn sie einerseits „SouverĂ€nitĂ€t fĂŒr Europa einfordert und dann jeden Wirtschaftsdeal mit China abschließt, den man kriegen kann“ und behauptete ferner: „Die chinesische FĂŒhrung wird die EuropĂ€er so nicht respektieren“. Der Europapolitiker Christoph Ploß (CDU) wies Macrons Vorstoß ebenfalls zurĂŒck und erklĂ€rte, dass die Vereinigten Staaten der wichtigste Partner Deutschlands außerhalb Europas seien.cite-ref-151[151] Gerald Braunberger, ein Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), nannte die Aussagen Macrons dessen „De-Gaulle-Moment“. Er meinte, aus wirtschaftlicher Sicht falle Macrons Kritik an der fĂŒhrenden Rolle des US-Dollars im Weltfinanzsystem auf. An ihr störe sich Frankreich seit de Gaulles Zeiten mehr als Deutschland. Eine Alternative zur Dollar-Dominanz sei jedoch nicht in Sicht, weder Europa noch China könnten sie liefern.cite-ref-152[152] Noch vom 26. bis zum 28. Mai 2024 weilte Macron auf einem Staatsbesuch in Deutschland.

AffÀren und Proteste

Die Benalla-AffÀre

Am 18. Juli 2018 veröffentlichte die Tageszeitung Le Monde ein Amateurvideo, auf dem zu sehen war, wie ein LeibwĂ€chter Macrons, Alexandre Benalla, mit einem Polizeihelm bekleidet an der Seite von Bereitschaftspolizisten gegen einen Teilnehmer der teilweise gewaltsamen Demonstrationen am 1. Mai 2018 in Paris handgreiflich wurde. Benalla war kein Polizist, sondern Angestellter des ÉlysĂ©e-Palasts und somit nicht mit polizeilichen Befugnissen ausgestattet.cite-ref-lefigaro20180721-153-0[153]cite-ref-154[154]

Der ÉlysĂ©e-Palast hatte bereits am 2. Mai von dem Vorfall erfahren, Benalla wurde jedoch zunĂ€chst mit nur geringen Sanktionen weiterbeschĂ€ftigt. Am 19. Juli 2018 eröffnete die Staatsanwaltschaft Paris nach den Medienberichten ein Vorermittlungsverfahren gegen Benalla unter anderem wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt, Amtsanmaßung und wegen des unberechtigten FĂŒhrens hoheitlicher Zeichen. In beiden Parlamentskammern fĂŒhrte die Angelegenheit zu heftigen Reaktionen; die vorgesehene Lesung einer von der Regierung eingebrachten VerfassungsĂ€nderung wurde vertagt.cite-ref-lefigaro20180721-153-1[153] Ende Juli 2018 wurde bekannt, dass die AffĂ€re durch Indiskretionen und gezielte Desinformation aus dem Polizeiapparat angefacht wurde, der sich einer möglichen Reform des ÉlysĂ©e-Sicherheitsdienstes widersetzt.cite-ref-155[155] Am 5. November 2021 verurteilte ein Pariser Gericht den inzwischen 30-jĂ€hrigen Benalla wegen seiner Handgreiflichkeiten bei den Demonstrationen vom 1. Mai 2018 sowie wegen widerrechtlicher Benutzung von DiplomatenpĂ€ssen, UrkundenfĂ€lschung und illegalen Tragens einer Waffe zu drei Jahren Haft, davon zwei auf BewĂ€hrung. Drei weitere Angeklagte in der Sache wurden zu Haftstrafen auf BewĂ€hrung und Geldstrafen verurteilt.cite-ref-156[156] Mit dem erstinstanzlichen Urteil ging das Gericht ĂŒber den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus, die 18 Monate auf BewĂ€hrung gefordert hatte, zudem ein zehnjĂ€hriges Verbot, eine Waffe zu tragen, und ein fĂŒnfjĂ€hriges Berufsverbot fĂŒr den öffentlichen Dienst. Im Berufungsverfahren im Juni 2023 blieb die Staatsanwaltschaft bei ihren Forderungen.cite-ref-157[157]

Die Gelbwestenbewegung

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Gelbwestenbewegung

Die Zustimmungswerte fĂŒr Macron und seine PrĂ€sidentschaft sind im Zuge der Umsetzung seiner Reformpolitik deutlich zurĂŒckgegangen und im Dezember 2018 auf 23 Prozent gesunken.cite-ref-158[158] An aufeinanderfolgenden Samstagen seit dem 17. November 2018 gingen Demonstranten, grĂ¶ĂŸtenteils in gelbe Warnwesten (gilets jaunes) gekleidet, zu Protestaktionen auf die Straßen des Landes. Unter anderem fanden Verkehrsblockaden statt, auch in vielen Teilen der französischen Provinzen.cite-ref-159[159] Doch es kam auch zu GewaltausbrĂŒchen mit in Brandsetzung von Autos und Straßenmobiliar sowie PlĂŒnderungen von Banken und GeschĂ€ften und Demolierungen am Arc de Triomphe in Paris. Aufgerufen wurde zu den Protesten im Internet, ohne dass eine Organisation oder Institution dahinterstand. Den Anlass bildeten Preissteigerungen bei Benzin und Diesel aufgrund von Steuererhöhungen, die insbesondere Berufspendler betrafen. Hinzu kamen Forderungen nach Besserstellung sozial Benachteiligter und nach dem RĂŒcktritt Macrons, der Kritikern als „PrĂ€sident der Reichen“ gilt.

Nach dem dritten Protestwochenende reagierte die französische Regierung mit der Aussetzung der Benzin- und Dieselsteuererhöhung und stoppte vorerst auch die geplanten Preissteigerungen fĂŒr ElektrizitĂ€t und Gas. Da auch das die Proteste der Gelbwesten nicht beendete, wandte Macron sich in einer Fernsehansprache am 10. Dezember 2018 an die Franzosen: Die Ereignisse der letzten Wochen hĂ€tten die Nation verstört. Den GewaltausbrĂŒchen werde man kompromisslos entgegentreten. Wut und Ärger der Protestierenden dagegen seien in mancher Hinsicht legitim und vielleicht als Chance nutzbar. Was da jetzt hochkoche, sei eine in 40 Jahren aufgestaute Malaise (Unbehagen), auf die man in den anderthalb Jahren seiner PrĂ€sidentschaft nicht schnell und nicht ĂŒberzeugend genug Antworten gefunden habe. Er, Macron, ĂŒbernehme dafĂŒr seinen Verantwortungsanteil. Die Regierung werde nun dafĂŒr sorgen, dass alle Franzosen von ihrer Arbeit in WĂŒrde leben können. Vier konkrete, kurzfristig umzusetzende Maßnahmen kĂŒndigte er an: eine staatliche Subvention des Mindestlohns von bis zu 100 Euro im Monat; Steuer- und Abgabebefreiung von ÜberstundenvergĂŒtungen; Entlastung von Rentnern mit einem Monatseinkommen unter 2000 Euro; eine abgabenfreie, freiwillige PrĂ€mie der Arbeitgeber fĂŒr Arbeitnehmer zum Jahresende. AusdrĂŒcklich ablehnend Ă€ußerte sich Macron zu der von der Gelbwestenbewegung ebenfalls geforderten WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer.cite-ref-160[160]

Emmanuel Macron reagierte auf Proteste der Gelbwesten auch mit Ausrufung einer „großen nationalen Debatte“ (grand dĂ©bat national). Zu deren Auftakt am 15. Januar 2019 traf er sich mit 600 BĂŒrgermeistern in der Normandie. Der BĂŒrgermeister von Grand Bourgtheroulde ĂŒberreichte dem PrĂ€sidenten sein „Beschwerdeheft“ (cahier de dolĂ©ances). In diesem Beschwerdeheft hatten 110 BĂŒrger der Gemeinde in den Wochen zuvor ihre Forderungen niedergeschrieben, wie auch zahlreiche andere in tausenden Gemeinden Frankreichs, die zum großen Teil mit der Gelbwestenbewegung sympathisieren.cite-ref-161[161]

Die Uber-AffÀre

2022 kam die so genannte Uber-AffĂ€re ans Licht, bei der dem US-amerikanischen Konzern Einflussnahme zwischen 2014 und 2017 vorgeworfen wurde.cite-ref-162[162] Macron soll Kontakte und geheime Treffen mit dem Unternehmen Uber gepflegt und seinen Einfluss genutzt haben, um eine Liberalisierung fĂŒr Chauffeurdienste zu erwirken. Aus der Opposition hieß es, dass Macron die Interessen des US-amerikanischen Konzerns ĂŒber jene seines eigenen Landes gestellt habe. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss berichtete im Juli 2023 von der Existenz „undurchsichtiger“ und „privilegierter“ Verbindungen, die Macron mit der amerikanischen Plattform geknĂŒpft habe; aufgrund aggressiver Lobbyarbeit bei öffentlichen EntscheidungstrĂ€gern soll es dem amerikanischen Unternehmen gelungen sein, in eine unfaire Konkurrenz zum etablierten Taxigewerbe zu treten. Unter den Mitgliedern der Untersuchungskommission stimmten zwölf Abgeordnete der Opposition fĂŒr den Abschlussbericht, aber zehn Abgeordnete enthielten sich der Stimme.cite-ref-163[163]

Privatleben

Macron ist seit 2007 mit seiner frĂŒheren Französischlehrerin, Brigitte Trogneux (* 1953), verheiratet.cite-ref-164[164]cite-ref-165[165] Das Paar begegnete sich zum ersten Mal, als Macron 15 Jahre alt war und das LycĂ©e la Providence in Amiens besuchte.cite-ref-166[166] Im Alter von 17 Jahren habe sich Emmanuel Macron in die knapp 25 Jahre Ă€ltere Frau verliebt, hieß es spĂ€ter. Um einen möglichen Skandal zu vermeiden, sei er auf Wunsch seiner Eltern nach Paris gezogen und habe dort seine Schullaufbahn fortgesetzt (siehe oben).cite-ref-167[167]

Wissenswertes

Macron spricht fließend Englisch. AnlĂ€sslich der Gedenkfeier im Deutschen Bundestag am 22. Januar 2024 fĂŒr den verstorbenen ehemaligen Bundesminister und BundestagsprĂ€sidenten Wolfgang SchĂ€uble sprach Macron in seiner Rede weite Teile auf Deutsch.cite-ref-168[168]cite-ref-169[169]

Auszeichnungen und Ehrungen

‱ 2012: Großoffizier des Nationalen Ordens vom Kreuz des SĂŒdens, Brasiliencite-ref-170[170]
‱ 2014: Commander des Order of the British Empire, Vereinigte Königreichcite-ref-171[171]
‱ 2017: Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion, Frankreich
‱ 2017: Großkreuz des Nationalen Verdienstordens, Frankreich
‱ 2017: Großkreuz des Erlöser-Ordens, Griechenlandcite-ref-172[172]
‱ 2018: Großkreuz des Nationalen Löwenordens, Senegal
‱ 2018: Großkreuz des Ordens der Republik, Tunesiencite-ref-173[173]
‱ 2018: Karlspreiscite-ref-174[174]
‱ 2018: Ritter des Elefanten-Ordens, DĂ€nemarkcite-ref-175[175]
‱ 2018: Großkreuz des Finnischen Ordens der Weißen Rose, Finnland
‱ 2018: Großkreuz des Mugunghwa-Ordens, SĂŒdkoreacite-ref-176[176]
‱ 2018: Großkreuz des Leopoldsordens, Belgiencite-ref-177[177]
‱ 2018: Ritter des Nassauischen Hausordens vom Goldenen Löwen, Luxemburgcite-ref-178[178]
‱ 2019: Großkreuz des Nationalordens, ElfenbeinkĂŒste
‱ 2020: Großkreuz des Nil-Ordens, Ägyptencite-ref-179[179]
‱ 2021: Großkreuz mit großer Ordenskette des Verdienstordens der Italienischen Republikcite-ref-180[180]
‱ 2024: Olympischer Orden in Goldcite-ref-182[182]
‱ 2025: Ehrendoktor der UniversitĂ€t des Saarlandescite-ref-183[183]

Literatur

‱ Christoph Driessen: Emmanuel Macron, Der ausgebremste Reformer, in: ders.: Griff nach den Sternen. Die Geschichte der EuropĂ€ischen Union. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 2024, ISBN 978-3-7917-3474-3
‱ Marc Endeweld: L’Ambigu Monsieur Macron. Flammarion, Paris 2015, ISBN 978-2-08-137239-9. (Inhaltsverzeichnis)
‱ François-Xavier Bourmaud: Emmanuel Macron: le banquier qui voulait ĂȘtre roi. L’Archipel, 2016.
‱ Nicolas Prissette: Emmanuel Macron en marche vers l’ÉlysĂ©e. Plon, 2016, ISBN 978-2-259-25153-2.
‱ Thomas Porcher, FrĂ©dĂ©ric Farah: Introduction inquiĂšte Ă  la Macron-Ă©conomie. Les Petits matins, Oktober 2016, ISBN 978-2-36383-216-0. (Pressestimmen, französisch)
‱ Caroline Derrien, Candice Nedelec: Les Macron. Fayard, 2017, ISBN 978-2-213-70462-3.
‱ Anne Fulda: Emmanuel Macron, un jeune homme si parfait. Plon, April 2017, ISBN 978-2-259-21705-7.cite-ref-184[184]
‱ Emmanuel Macron: Revolution – Wir kĂ€mpfen fĂŒr Frankreich. Morstadt, Kehl 2017, ISBN 978-3-88571-383-8.
‱ Juan Branco (Vorwort Denis Robert): CrĂ©puscule. Macron et les oligarques: l’enquĂȘte vĂ©ritĂ©, Editions Au Diable Vauvert / Massot Edition, 2019, Paris, 2019, ISBN 979-10-307-0260-6.

Weblinks

‱ Emmanuel Macron auf der WebprĂ€senz des PrĂ€sidialamtes der Französischen Republik (französisch, englisch, deutsch)
‱ Emmanuel Macron im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Einzelnachweise

cite-note-martin-11. ↑ Gilles Martin-Chauffier: Un jeune homme pressĂ©. In: Paris Match. 10. Mai 2017, S. 88–93.
cite-note-22. ↑ Cathy Lafon: Brigitte Macron: 7 choses à savoir sur la Premiùre dame de France. In: Sud-Ouest. 7. Mai 2017.
cite-note-33. ↑ [PICARDIE] Emmanuel Macron, un AmiĂ©nois Ă  l’ÉlysĂ©e. In: Le Courrier Picard. 27. August 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 27. August 2014; abgerufen am 5. April 2020.
cite-note-44. ↑ Die Eliten-Maschine. Zeit Online, 2. Mai 2017.
cite-note-55. ↑ Germaine NoguĂšs: influence majeure de la vie d’Emmanuel Macron. In: BFM TV. 29. April 2024, abgerufen am 1. Dezember 2024 (französisch).
cite-note-66. ↑ Françoise, Manette et « Bibi » : les trois femmes d’Emmanuel Macron. In: Le Point. 14. Mai 2017, abgerufen am 1. Dezember 2024 (französisch).
cite-note-77. ↑ Emmanuel Macron, un banquier d’affaires nommĂ© secrĂ©taire gĂ©nĂ©ral adjoint de l’ElysĂ©e. lemonde.fr, 16. Mai 2012 (französisch).
cite-note-88. ↑ Junger Wirtschaftsminister darf Frankreich verfĂŒhren. Die Welt online, 27. August 2014.
cite-note-99. ↑ Les Ă©tudes d’Emmanuel Macron et de Marine Le Pen. In: Figaro Étudiant, 24. April 2017.
cite-note-1010. ↑ Anmerkung: an der ENA wĂ€hlt jeder Jahrgang den Namen eines Prominenten; z. B. hieß der Jahrgang von François Hollande, SĂ©golĂšne Royal, Michel Sapin und Dominique de Villepin „Voltaire“; siehe z. B. hier (französisch) (Memento vom 5. MĂ€rz 2016 im Internet Archive). (Le Monde).
cite-note-1111. ↑ Auch ValĂ©ry Giscard d’Estaing war Absolvent der Eliteschule ENA und Finanzinspektor, ehe er in die Politik ging, bemerkte Karin Finkenzeller im Dezember 2020: Zahlreiche Beobachter sehen Macron als politischen Erben von VGE.
cite-note-1212. ↑ Inspection gĂ©nĂ©rale des finances: M. Macron (Emmanuel). In: legifrance.fr. 9. April 2004 (französisch).
cite-note-1313. ↑ Emmanuel Macron, un banquier d’affaires nommĂ© secrĂ©taire gĂ©nĂ©ral adjoint de l’ElysĂ©e. In: Le Monde. 16. Mai 2012 (französisch).
cite-note-1414. ↑ Vgl.: Martine Orange (2012): Rothschild, une banque au pouvoir. S. 181 (Google Books).
cite-note-1515. ↑ Emmanuel Macron, monsieur superlatif. In: Le Monde. 27. August 2014 (französisch).
cite-note-1616. ↑ Emmanuel Macron — Le cerveau droit de François Hollande. In: Le Figaro, 13. Dezember 2012.
cite-note-1717. ↑ 2-Milliarden Übernahme: Nestle kauft Babynahrungssparte von Pfizer. In: handelsblatt.com. 23. April 2012, abgerufen am 4. Juli 2017.
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cite-note-1919. ↑ Hollande macht Vertrauten zum Wirtschaftsminister. In: FAZ Online. 26. August 2014.
cite-note-2020. ↑ Macron, ce chouchou des patrons qui succĂšde Ă  Montebourg in: Challenges. 4. September 2012. Montebourg verspottete Macron öffentlich als „Schoßhund des PrĂ€sidenten“, der den ganzen Tag hinter den Gardinen des ÉlysĂ©e sitze (wörtlich: « le labrador Ă  poil lisse de François Hollande »).
cite-note-2121. ↑ Pour Arnaud Montebourg, Emmanuel Macron est « le labrador Ă  poil lisse de François Hollande » (Memento vom 30. Juni 2018 im Internet Archive) in: LeLab politique 1, vom 16. Dezember 2015.
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cite-note-8484. ↑ Nina Belz: Die Gelbwesten haben ihr ursprĂŒngliches Ziel erreicht. Nun rĂŒtteln sie an den Grundfesten des französischen Staats | NZZ. 19. Dezember 2018, ISSN 0376-6829 (Online [abgerufen am 19. Februar 2019]).
cite-note-8585. ↑ „Ich war nie fĂŒr den Multikulturalismus“. So unerschrocken wie nie hat Emmanuel Macron mit dem Magazin „L’express“ gesprochen – ĂŒber Verschwörungstheorien, bequeme Zweifel und den Terrorismus im eigenen Land. Wir drucken das Interview in AuszĂŒgen nach. In: Die Zeit, 7. Januar 2021, S. 6.
cite-note-8686. ↑ Nils Minkmar: Emmanuel Macron: Ein neuer Ton der Hoffnung. In: Spiegel Online, 8. Mai 2017, abgerufen am 21. Januar 2021.
cite-note-8787. ↑ Wie alle französischen StaatsprĂ€sidenten seit Charles de Gaulle (1890–1970) stattete er Andorra einen Besuch ab (im September 2019). Zuvor war das letzte französische Staatsoberhaupt, das das FĂŒrstentum besuchte, König Heinrich IV. (1553–1610). Die französischen PrĂ€sidenten besitzen wĂ€hrend ihrer Amtszeit auch die andorranische StaatsbĂŒrgerschaft.
cite-note-8888. ↑ Felix Neumann: Der allerchristlichste PrĂ€sident. In: Katholisch.de, 14. Mai 2017.
cite-note-8989. ↑ Stefan Simons: Neuer Regierungschef: Philippe Macrons Lockvogel. In: Spiegel Online. 15. Mai 2017.
cite-note-9090. ↑ Sascha Lehnartz: Besuch bei Merkel: Macrons mutiger Pro-Germanismus ist eine einzigartige Chance. In: Die Welt online. 15. Mai 2017.
cite-note-9191. ↑ Michaela Wiegel: Macron und die Deutschen: Germanophil. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung online. 20. Mai 2017.
cite-note-9292. ↑ Frankreich: Emmanuel Macron kĂŒndigt Kandidatur fĂŒr zweite Amtszeit an. In: Der Spiegel. 3. MĂ€rz 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 4. MĂ€rz 2022]).
cite-note-9393. ↑ La carte des rĂ©sultats du premier tour de la prĂ©sidentielle 2022 : visualisez les votes commune par commune. In: lemonde.fr. 10. April 2022, abgerufen am 16. MĂ€rz 2024 (französisch).
cite-note-9494. ↑ Wahl in Frankreich: Deutschland, Spanien und Portugal rufen zur Wahl Macrons auf. In: Der Spiegel. 21. April 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 21. April 2022]).
cite-note-9595. ↑ Laura RemouĂ©: Emmanuel Macron est-il le prĂ©sident «le plus mal Ă©lu» de la Ve RĂ©publique, comme l’affirme Jean-Luc MĂ©lenchon? Abgerufen am 13. Dezember 2024 (französisch).
cite-note-9696. ↑ Fabien Dabert, Linternaute.com: Elections lĂ©gislatives 2022 : actus, sondages, rĂ©sultats. 19. Juni 2022, abgerufen am 13. Dezember 2024 (französisch).
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